Mayonnaise Ultras 2013

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ANTIFA-DEMO GEGEN ANTISEMITISMUS IN KÖLN!

Heute führten Antifaschist*innen aus Köln und Umgebung im Anschluss an eine bürgerliche israelsolidarische Kundgebung gegen Antisemitismus eine „kämpferische und geschlossene“ (Gruß an die Stalinist*innen!) Spontandemonstration mit ca. 120 Leuten durch. Die Demonstration war eine Reaktion auf die zahlreichen antisemitischen Aufmärsche und Ausschreitungen in Deutschland und weltweit, sowie auf die zunehmende Dämonisierung Israels in der Öffentlichkeit (siehe unten). Dass wir auf der Demonstration von Außenstehenden teilweise als „Scheiß Juden“ beschimpft wurden, gehört leider schon zum normalen Bild in Deutschland. Die bürgerliche Kundgebung zuvor hatte insbesondere auch die Medienberichterstattung in Deutschland kritisieren wollen – offenbar nicht unbegründet[1][2].

Die Geister, die sie riefen

Seit der Eskalation im Nahost-Konflikt finden in Deutschland wieder regelmäßig anti-israelische Demonstrationen statt – nicht selten organisiert von linken Gruppen, vornehmlich aus den Jugend- oder Studentengruppen der Linkspartei. Der Antisemitismus, der schon von Beginn an in Parolen wie „Zionisten sind Faschisten“, Holocaust-Relativierung und Kindermörder-Phantasien[3] erkennbar war, fand – nicht zuletzt durch das vollkommene Versagen der Polizei, die solchen Parolen nicht einmal Einhalt geboten hat – in offen antisemitischen Parolen wie zum Beispiel „Adolf Hitler, Adolf Hitler!“, „Brenn Jude, brenn!“ und „Tod den Juden“ am 18.07.2014 in Essen seinen traurigen, wenn auch konsequenten Höhepunkt, wo eine israelsolidarische Demonstration mit Geld, Steinen und sogar einem eingepackten Messer beworfen wurden[4]. In Hannover wurden sich mit Israel solidarisierende Personen körperlich angegriffen[5], das gleiche passierte unter anderem in Göttingen[6] und Bremen[7]. Antisemitische Rufe wie „Scheiß Juden“ waren dabei nicht die Ausnahme – sondern die Regel.
Nicht ohne Grund zogen Demonstrationen immer wieder vor Synagogen, Sachbeschädigungen bei Synagogen in Deutschland nehmen seitdem zu und in Essen nahm die Polizei indes 14 Personen fest, die offenbar einen Anschlag auf die alte Synagoge planten[8]. In Berlin skandierte der Mob „Jude, Jude, feiges Schwein, komm heraus und kämpf allein“[9] – der Angriff auf ein israelisches Ehepaar, das durch eine Kippa als solches erkennbar war, ist dabei leider nicht verwunderlich[10].

Globaler Horror

Die Verhältnisse in Deutschland stehen dabei denen in vielen anderen Ländern in nichts nach. So wurde in Österreich bei einem Fußball-Freundschaftsspiel die Mannschaft eines israelischen Teams von einem antisemitischen Mob attackiert[11], in Innsbruck wurde eine Frau aus einer Gaza-Demo attackiert[12] und in Frankreich mündeten die Demonstrationen in Brandanschlägen auf Synagogen[13] - logische Folge davon ist, dass immer mehr Jüdinnen und Juden beispielsweise Frankreich Richtung Israel verlassen[14]. Die Wichtigkeit des jüdischen Staates wird damit leider nur unterstrichen.

Den Kampf aufnehmen

Der Aufschrei in der deutschen Öffentlichkeit und selbst in der antifaschistischen Linken hält sich dabei stark in Grenzen. Auch ein Statement des Zentralrats der Juden[15], in dem dieser sich fragt, wer noch zu den Freunden der Jüdinnen und Juden in Deutschland gehört und wer den Judenhass auch als solches klar verurteilt, ändert daran nichts.
Wenn Jüdinnen und Juden angesichts des aufsteigenden Judenhasses nach ihren Freunden suchen, muss die antifaschistische Linke da sein. Wenn Jüdinnen und Juden in Deutschland wieder massiv bedroht sind, ist eine klare antifaschistische Intervention notwendig – dabei ist neben dem Antisemitismus von links und rechts außerdem der Antisemitismus aus dem islamistisch-djihadistischen Bereich zu thematisieren. Die Debatte darum, wie eine antifaschistische Linke auf den zunehmenden Antisemitismus reagieren soll, ist dringend notwendig[16].

Stoppt den antisemitischen Terror in Deutschland und überall!
Free Gaza – from Hamas!
Solidarität mit Israel und allen Palästinensern, die unter dem Terror der Hamas leiden!
Beteiligt euch an den Gegenaktivitäten zum Al Quds Tag[17] !

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——Quellen————————————————————————————————————-
[1] http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/19700
[2] http://www.welt.de/politik/deutschland/article130455769/Grossteil-der-Medien-berichtet-voreingenommen.html
[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Ritualmordlegende#Die_antij.C3.BCdische_Ursprungslegende
[4] https://www.youtube.com/watch?v=5zoukXdlOvE
[5] https://www.facebook.com/photo.php?fbid=10152298374953434&set=a.103934963433.93992.600568433&type=1
[6] http://monstersofgoe.de/2014/07/19/jagdszenen-in-der-fussgaengerzone/
[7] http://www.taz.de/!142364/
[8] http://www.derwesten.de/staedte/essen/moeglicher-anschlag-auf-alte-synagoge-14-festnahmen-id9608758.html
[9] https://www.youtube.com/watch?v=z_lW3BsBW2w
[10] http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/19742
[11] http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2014-07/antisementismus-israel-fussball
[12] http://www.tt.com/panorama/verbrechen/8664128-91/frau-bei-demo-attackier
[13] http://www.tagesschau.de/ausland/protesteparis-100.html
[14] http://www.haaretz.com/news/diplomacy-defense/1.606036
[15] http://www.zentralratdjuden.de/de/article/4896.zentralrat-verurteilt-juden-hass-bei-pro-pal%C3%A4stinensischen-demonstrationen.html
[16] http://anti.blogsport.de/2014/07/24/es-konnte-kein-konsens-erreicht-werden/
[17] http://noalquds.blogsport.de/

„Es konnte kein Konsens erreicht werden“. « AA:B – association antiallemande berlin

firstyouvegottogetmad:

"Wem es aber ernst ist damit, den an­ti­se­mi­ti­schen Mobs zu be­geg­nen, der wird dar­über reden MÜS­SEN, was in der Al-​Nur Mo­schee ge­pre­digt wird – der wird dar­über reden MÜS­SEN, wie und warum die mus­li­mi­schen Com­mu­nities sich zu­neh­mend ra­di­ka­li­sie­ren und der wird nicht zu­letzt end­lich sich eine ma­te­ria­lis­ti­sche und rück­halt­lo­se Is­lam­kri­tik an­eig­nen MÜS­SEN.

Nun mag es den Emp­find­lich­kei­ten deut­scher Jun­gan­ti­fa­schis­ten nicht be­son­ders lie­gen, hier vom Islam zu reden, statt von „is­la­mi­schen Iden­ti­täts­mar­kern“, dem „Is­la­mis­mus“ oder „mus­li­mi­schem Ex­tre­mis­mus“, aber da­ge­gen sei daran er­in­nert, dass sich der Islam zum Is­la­mis­mus ver­hält wie der Pa­trio­tis­mus zum Na­tio­na­lis­mus und dass man zu­recht seit Jah­ren all jene Bür­ger­li­chen aus­lacht, die gegen den Na­tio­na­lis­mus reden wol­len, aber über die Na­ti­on schwei­gen.”